You can feel it!
  • Gehörschutz bei Konzerten nur was für Weicheier?

    Lautsprecher

    Loudspeakers von hildgrim auf flickr.com (CC BY-SA 2.0)

    Man geht auf ein Konzert und die nächsten Tage hört man alles nur noch gedämpft und über allem liegt ein leichtes fiepen. Aber woher kommt dieser Effekt eigentlich und wie kann man ihn verhindern? Oder gehört das einfach zu einem richtigen Konzert oder Festival dazu?


    Sensibles Gehör

    Ohr

    ear von Alice auf flickr.com (CC BY-SA 2.0)

    Das menschliche Gehör ist wirklich sensibel, was Lautstärke angeht. Wir hören schon sehr leise Geräusche vergleichsweise früh, schließlich war das bis vor ein paar tausend Jahren ziemlich wichtig um das Raubtier, dass einen Fressen will rechtzeitig zu hören. Doch mittlerweile gibt es kaum noch Raubtiere und unsere Umgebung wird immer lauter.

    Jeder der schon mal auf einem Festival war, weiß, dass man sich am besten einen Platz weit vorne sucht, aber nicht direkt neben den Lautsprechern, da man sonst sehr schnell nichts mehr von der Musik hat. Das Gehör gönnt sich, wenn es zu lange belastet wurde eine Pause und schaltet sozusagen auf Durchzug um sich selbst zu schonen. Das ist da das allseits bekannte „Club-Fiepen“, nach einer langen, durchfeierten Nacht. Wenn man das Ganze aber zu oft und zu lange macht, dann kann es sogar passieren, dass man nichts mehr hört, für immer.


    Vorbeugen, aber wie?

    Wenn man sich ganz sicher sein will geht man am besten auf keine Live Events mit lauter Musik, aber das Leben wäre doch langweilig ohne richtige Festivals und Konzerte. Es gibt aber auch genug andere Methoden, wie man sich vor dem dauerhaften Verlust der Hörfähigkeit schützen kann.

    Nicht direkt neben die Boxen: Logisch, direkt neben den Lautsprechern ist es am lautesten, also am besten nicht direkt davor stellen, so verlockend der Bass auch klingen mag.

    Stage

    Rothbury rocks von Curran Kelleher auf flickr.com (CC BY 2.0)

    Ein bisschen Pause machen: Bei einem Festival mal einfach eine Stunde lang sich bei einem kühlen Bier mit anderen unterhalten, schont den Körper insgesamt, insbesondere aber die Ohren. Und wenn man mal Abends weg ist nicht gleich am Tag darauf wieder in den Club, eine Bar tuts auch. Schont zwar nicht die Leber, aber das Gehör, immerhin etwas.

    Ohrstöpsel: Ihhh, dass ist ja was für Weicheier! Nein nicht wirklich, das ist ein Trick von Festivalprofis und den Leuten die auf der Bühne stehen. Je weiter vorne umso lauter die Musik und wenn man vorne Stöpsel rein tut, hört man die Musik immer noch verdammt gut und kann ohne Probleme beim nächsten Circle mitmachen.

    Kein Kaffee: Okay, das klingt jetzt erst mal komisch. Aber Leute die regelmäßig Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke trinken, verlieren mit größerer Wahrscheinlichkeit ihr Gehör vollständig nach langer Überbelastung. Heißt also, dass man am besten wenig davon trinkt während der Festival Saison. Das Dosenbier am Morgen sollte ja als Ersatz reichen.


    Noch eine Kleinigkeit am Ende: Ein Großteil der Beatles hörten am Ende ihrer Karriere nicht mehr richtig, da sie all die Jahre, in denen sie Live gespielt hatten nie einen Gehörschutz trugen. Seit ihnen ist es bei Musikern absolut üblich das eigene Gehör auf der Bühne zu schützen. Ganz egal wie uncool es auch aussehen mag.